Macho, Machismo, Matschbirne

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March 18, 2013 by Julian Hartmann

Schluss mit luschig!“Notizen zum Mannsein. Für einen modernen Machismo”, steht oben auf dieser Seite. Machismo? Ist das nicht was Mieses? Eine Klärung.

Macho ist ein Lehnwort aus dem Spanischen und bedeutet zunächst einmal nichts anderes als männlich. Der Eber ist macho, der Hengst ist macho, Julian ist auch macho (ob er eine Lusche ist oder nicht). Im Deutschen schwingt unweigerlich viel Negatives mit, ist vom Macho die Rede. Machos gelten als offensiv, überheblich und frauenfeindlich. Vor allem das traditionelle, konservative Rollenbild dieser Ausprägung, ich bezeichne es gerne als Oldschool-Macho, ist meiner Meinung nach gestrig und engstirnig. Bunga, Bunga, Baby! Deine Tage sind gezählt!

Der Machismo wiederum beschreibt einen regelrechten Männlichkeitswahn. Hierbei geht es um die Zur-Schau-Stellung der Männlichkeit in der Gesellschaft, um die Verteidigung der Ehre, um sexuelle Herausforderungen und anderes präpotentes Verhalten (verstärkt in Spanien und Iberoamerika). Klar im Fokus steht die Überbetonung männlicher Potenz und Genialität (das weibliche Gegenstück ist übrigens der Marianismo).

Macho im besten und ursprünglichen Wortsinn

Herrschaftszeiten, warum ich meine Suche nach einem modernen Männerbild ausgerechnet in Zusammenhang mit dieser zweifelhaften Strömung bringe? Ganz einfach: Ich möchte mit dem Kunstbegriff schlichtweg provozieren: modern und Machismo schließen sich in meinen Augen komplett aus. Wer sich die Forderungen meiner Emannzipation näher ansieht, der spürt bei jeder These, dass ich mit Machismo und anderen Matschbirnen nichts am Hut habe. Im Gegenteil plädiere ich für Gleichberechtigung und Emanzipation. Aber eben auch für die Rückkehr zur Männlichkeit zu 100 Prozent. Macho im besten und ursprünglichen Wortsinn. Macho statt Matschei.

Ja, ich denke, das geht (hoffentlich werde ich darin bestätigt): absolut männlich, absolut emanzipiert. Emannzipiert eben.

9 thoughts on “Macho, Machismo, Matschbirne

  1. Ann says:

    Ich denke, das geht. Ich verstehe das Wort “Macho” schon lange nicht mehr negativ. Ganz ehrlich, mit sind viele der betont nicht-macho-mäßigen Männer viel zu matscheiig😉

  2. Julian says:

    Danke für die Bestätigung, Ann.

  3. fraunachtbar says:

    Dachte erst Marie-Luise (Lindenstreet) stand Patin für den Marianismus. Doch nein, ein “j” macht den mikroskopischen Unterschied. Marianismus – hab ich wieder etwas gelernt. Magst du das Wort Emannzipation hier eintragen? (*g) http://szenesprachenwiki.de. Ich finde du hast einen Platz in Das neue Wörterbuch der Szenesprachen verdient. Das meine ich genau so.

  4. […] Männerbewegung gehört auch prägnantes Vokabular. Ich schreibe hier in einer Tour von modernem Machismo und Emannzipation, aber sind diese Begriffe auch alltags- und allgemeintauglich? Sieht ganz so […]

  5. derannacode says:

    Es lebe die Männlichkeit in ihrer puristischen Form !

  6. Anchu says:

    Ob das geht, frage ich mich schon seit längerem… Ich hoffe, ja ich wünsche es mir sogar! Aber umso mehr ich reise, umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr bekomme ich meine Zweifel. Komplette Gleichberechtigung und Männlichkeit? Leider sehr schwer zu vereinen.

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