Interview zum Roman

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August 5, 2013 by Julian Hartmann

Der Unterhaltungsroman “Für immer Juli” erzählt die Geschichte meiner Emannzipation. Dazu nun eine Unterhaltung mit meinem Co-Autor und Alter Ego.

Kürzlich ist der Roman Für immer Juli erschienen (MaroVerlag). Der Unterhaltungsroman zum Blog “Schluss mit luschig!” erzählt die Geschichte meiner Emannzipation. Die Story eines Mittdreißigers, der keine Lusche mehr sein will und sich auf die Suche nach seiner verlorenen Männlichkeit macht. Geholfen hat mir bei der Veröffentlichung mein Journalistenkollege Bernhard Blöchl. Neulich haben wir uns ausführlich über das Projekt unterhalten.  

Für immer JuliBernhard Blöchl: Ich habe dich als Juli kennengelernt, später wolltest du nur noch Julian genannt werden. Welche Anrede darf’s für unser Interview sein? 

Julian Hartmann: Mir egal, wie du magst. Ich habe so viele Jahre als Juli verbracht und längst meinen Frieden damit geschlossen.

Bernhard: Echt? Ich erinnere mich sehr gut an deine Emannzipations-Mission, in deren Verlauf du immens auf Julian gepocht hast.

Julian: Das war symbolisch, wie du weißt. Ich steckte in einer sehr turbulenten Phase, so kurz nach der Trennung von Emma, da wollte ich unbedingt allen zeigen, dass ich keine Lusche mehr bin, und das sollte auch in den Details zum Ausdruck kommen. Mittlerweile weiß ich, dass Namen nur Schall und Rauch sind und dass es auf das Handeln der Menschen ankommt. Egal ob als Juli oder Julian, ich fühle mich inzwischen als emannzipierter Mann. Einer, der Männlichkeit zu 100 Prozent zulässt und gleichzeitig …

Bernhard: … voll emanzipiert ist und Gleichberechtigung respektiert, ich weiß.

Julian: Wieso unterbrichst du mich?

Bernhard: Weil du auf deinem Blog seit neun Monaten keine Gelegenheit auslässt, über deine Emannzipation und den modernen Machismo daherzuphilosophieren. Apropos Schlussmitluschig.de, wie läuft‘s denn mit deiner Seite?

Julian: Ziemlich gut, danke. Die Gemeinschaft wächst, es gibt mehr Männer und Frauen, als ich dachte, die wie ich nach Orientierung im Gender-Dschungel suchen. Und die darüber humorvoll, inspirierend und geistreich diskutieren. Wie steht‘s eigentlich mit dir?

Bernhard: Was soll mit mir sein?

Julian: Welcher Typ Mann bist du? Also nach Testosterontoni schaust du jetzt nicht aus …

Bernhard Blöchl Foto: zeegaro

Bernhard: Lass uns über unseren Roman reden.

Julian: Feigling!

Bernhard: Nix!

Julian: Dann sag: Siehst du dich eher als Alpha-Softie, oder wofür stehst du? Von dir wissen die Leute nur, dass du mir beim Schreiben von „Für immer Juli“ geholfen hast und dass du als Journalist in München lebst.

Bernhard: Also mir gefällt dein Ansatz schon ganz gut, wenngleich ich mir nicht sicher bin, ob das geht.

Julian: Ob was geht?

Bernhard: Ob man durch und durch männlich sein kann und gleichzeitig die totale Gleichberechtigung der Geschlechter lebt.

Julian: Herrschaftszeiten, warum denn nicht?

Bernhard: Na, weil dem originär Männlichen Attribute zugeschrieben werden, von Frauen und Männern, die per Definition nicht in Einklang mit Gleichberechtigung zu bringen sind. Dinge wie Dominanz, klare Ansagen, Führen, Entscheiden usw.

Julian: Papperlapapp, und wie das geht!

Bernhard: Wenn du das sagst.

Julian: Wieso betonst du das “du”, als wäre ich keine ernstzunehmende Person?

Bernhard: Das kann ich dir verraten, mein Freund: Kritiker werfen uns vor, dich gibt‘s gar nicht, du bist nur eine Romanfigur, alles Lug und Trug …

Julian: (lacht) An dieser Stelle möchte ich an ein Foto auf Facebook erinnern, auf dem stand: “Frauen wünschen sich Männer, die es nicht gibt.” Viele weibliche Fans haben dem zugestimmt. Und nach Mr. Darcy sind auch alle verrückt, noch immer.

Bernhard: Drehst du jetzt durch?

Julian: Wieso?

Bernhard: Weil du dich mit Mr. Darcy vergleichst.

Julian: Der Typ gilt seit 200 Jahren als Sinnbild des Traummanns, obwohl er “nur” eine Romanfigur ist.

Bernhard: Glaubst du, er hätte einen Blog gestartet wie du, wenn er die technischen Möglichkeiten gehabt hätte?

Julian: Ha, womöglich schon: always-look-on-the-pride-side-of-life.co.uk oder so.

Bernhard: Dann gäbe es vielleicht auch ein Interview wie dieses hier, das Jane Austen mit Mr. Darcy geführt hätte, steile Vorstellung!

Julian: Wer weiß …

Für immer Juli

Bernhard: Zurück zum Roman. Wie hat eigentlich Emma reagiert, als sie das Buch gelesen hat. Sie hat es doch gelesen, oder?

Julian: Ja, sie hat bereits das frühe Manuskript gelesen. Das war noch vor unserer Zusammenarbeit. Ihre erste Reaktion war: “Also das kannst du so nicht schreiben! Was sollen denn meine Eltern denken, wenn die das lesen?” Aufbrausend wie immer, diese Emma!

Bernhard: Was hat sie denn gestört?

Julian: Sie hat behauptet, ich würde flunkern und sie käme schlecht weg.

Bernhard: Sie kommt ja auch nicht gerade gut weg.

Julian: Geschieht ihr ganz recht! Hätte sie die Finger von Spocki gelassen, stünde sie nun auch besser da.

Bernhard: Aber dann hätte es höchstwahrscheinlich auch keinen Roman und keinen Blog gegeben.

Julian: Ach, und deshalb soll ich ihr jetzt dankbar sein, dass sie eine Affäre hatte oder wie? Kruzifix, du bist ja drauf!

Bernhard: Schimpf nicht, mach lieber noch ein bisschen Werbung für unser Buch. Was ist denn deine Lieblingsstelle?

Julian: Also das Pickup-Seminar in Wien mag ich schon sehr, sehr gern. Mit Berti und Fox durch die Clubs zu ziehen und das Alphatier in uns zu trainieren, das war schon eine einschneidende Erfahrung. Oder die Episode, als ich Spocki beim Minigolf einen Ball verpasse – ach, war das schön!

Bernhard: Kannst du inzwischen Reifenwechseln und Fluchen?

Julian: Reifenwechseln kann ich mittlerweile, aber das Fluchen überlasse ich nach wie vor Menschen wie Slash. Du weißt ja, was der so sagt.

Bernhard: Fick die Henne, bis sie platzt!

Julian: Genau, so Zeugs. Das ist nicht mein Stil, das ist Slash! Aber das hat auch nichts mit dem Mannsein zu tun.

Bernhard: Wir haben uns ja dafür entschieden, den Roman mit Alice Schwarzer zu beginnen – und auch enden zu lassen. Hat sie sich schon bei dir gemeldet?

Julian: Bisher nicht, leider. Ich hätte große Lust, mich mit ihr über meine Thesen der Emannzipation zu unterhalten. Ich bin ja jetzt Einer, der Männlichkeit zu 100 Prozent zulässt und gleichzeitig …

Bernhard: … voll emanzipiert ist und Gleichberechtigung respektiert, ich weiß.


“Für immer Juli”, erschienen im Juli 2013 im MaroVerlag. Erhältlich als Taschenbuch oder E-Book. Eine Leseprobe gibt’s hier.

3 thoughts on “Interview zum Roman

  1. CarrieW says:

    Ohne Worte! So großartig!!

  2. Mrs. Kolumna says:

    Dein Buch steht ganz oben auf meiner Wunschliste bei Amazon😉

  3. You guys already know I read your book, still not finished, great reading, really.
    Thanks for your comment on my blog.

    Jana H.

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