ProtoTypen (5): Der Geheimnisvolle

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May 30, 2014 by Julian Hartmann

Manche Männer haben es drauf. Hier geht es um Typen, von denen wir viel lernen können. Teil 5: James Bond.

Wer ist der Typ? Er ist ein Geheimagent, den jeder kennt, und schon deshalb ziemlich einzigartig. Die popkulturelle Ikone ist mehr als ein smarter Brite, der teure Anzüge trägt, den modernsten High-Tech-Firlefanz ausprobieren darf, reihenweise Supermodels abschleppt und nebenbei die Welt rettet. James Bond ist ein Statement. Ein Statement für Intelligenz, Mut, Stil und Sex-Appeal. Garanten für den Erfolg bei den Frauen sind: die männliche Statur, der kühl-verschmitzte Blick, die kleine Narbe im Gesicht und die Anzüge aus dunkelblauem Kammgarn. Und – vor allem – der Charme des unnahbaren Draufgängers.

Entsprungen ist der Spion der Spione den Romanen des geheimdiensterfahrenen Autors Ian Fleming. Namenspate soll der US-Ornithologe James Bond gewesen sein – gut zu Vögeln, man kennt das. Seinen ersten Auftritt hatte er 1953 in dem Buch „Casino Royale“, ein Jahr später erschien der erste Fernsehfilm, die Kinoreihe begann 1962. Die bekanntesten Bond-Darsteller sind Sean Connery (sechs Mal), Roger Moore (sieben Mal) und Pierce Brosnan (vier Mal). Aktuell mimt Daniel Craig den Doppel-Null-Agenten mit der Lizenz zum Töten.

Was hat er zu sagen? „Mein Name ist Bond, James Bond.“ Das sagt er oft (zu oft?). Dennoch muss man froh sein, wenn sich der allzeit Geheimnisvolle überhaupt mitteilt. „Erwarten Sie von mir, dass ich rede?“, wortkargt er an einer Stelle. Und auch bei der Frage, wie denn die letzte Nacht gewesen sei, hält er die Bälle flach: „Ach, ein ständiges Auf und Ab.“ Der Gentleman genießt und schweigt. Er spricht nur, wenn es sein muss, zum Beispiel dann, wenn er eine Frau um den Finger wickeln will. Mal wieder. Dann flirtet er zielsicher: „Wenn ich könnte, Money, würde ich Sie bis ans Ende der Welt mitnehmen.“

Was können wir von ihm lernen? Ein Martini-Cocktail, wie Bond ihn trinkt, besteht aus drei Maß Gordon‘s Gin, einem Maß russischen oder polnischen Wodka und einem halben Maß Kina Lillet (ein französischer Aperitif, der in der Rezeptur den Wermut ersetzt). Das Ganze wird geschüttelt, nicht gerührt – es sei denn, man hält es wie der junge Bond-Darsteller Daniel Craig: „Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?“ Serviert wird „The Vesper“, wie der Geheimagent die Mixtur nennt, mit einem großen, schmalen Stück Limonenschale in einem tiefen Champagnerkelch. Kreiert wurde der Drink 1953 im Romanauftakt „Casino Royale“. Merke: Auch beim Cocktail gilt: lieber 007 als 0815.

Was sind Inspirationen fürs Mannsein? Geheimnisvoll ist sexy, und einen, den man nicht haben kann, will jede Frau. Da braucht man sich nur die Liste der Bond-Girls anzuschauen, Gespielinnen, die sich in jeder Episode in Pro-Bond und Anti-Bond einteilen lassen: Unter anderen zogen die Blicke auf sich: Ursula Andress (1962), Britt Ekland (1974), Teri Hatcher (1997) und Halle Berry (2002). Freilich hat sich auch das Bond-Girl-Frauenbild im Laufe der Emanzipationsgeschichte verändert. So werden sie zunehmend als charakterstarke Schönheiten mit eigenem Willen dargstellt, Sophie Marceau als Elektra King in „Die Welt ist nicht genug“ (1999) zum Beispiel. Und über noch etwas sollte Mann nachdenken: Zum Thema Brustbehaarung philosophierte James Bond einmal:

Ein altes japanisches Sprichwort sagt: Kein Vogel baut sein Nest in einem kahlen Baum.

Als ob 007 ein Interesse daran hätte, sesshaft zu werden …

Inspirationsfaktor auf der nach oben offenen Machismoskala: 6 von 7 Bond-Girls.

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