Darum geht’s

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Schluss mit luschig!

Freunde, jetzt haben wir den Salat (ich mag Salat, aber das tut hier nichts zur Sache). Mit wir mein ich die Männer, also die modernen Männer in den Dreißigern. Ich behaupte, wir sind verwirrt. Komplett verwirrt. Aufgewachsen in den Neunzigern, diesem Nicht-Jahrzehnt, als die Emanzipation und die Metrosexuellen noch Hoffnungen hatten, stehen wir unausweichlich vor einem Dilemma: Mann oder Memme? Leader oder Lusche? Dazwischen ist nur Wischiwaschi. Und Wischiwaschi mag niemand, Frauen schon gleich gar nicht.

Wer zögert, verliert. Foto: AISPIX by Image Source / http://www.shutterstock.com

Keiner kann uns vorwerfen, wir hätten es nicht versucht. Wer, wenn nicht wir, war bereit für ein modernes, wunderbar wandelbares Rollenbild? Wer, wenn nicht wir, war bereit für Kinder, Küche, Kloputzen? Und Machismo war gestern (war er das wirklich?). Mittlerweile sehe ich das etwas anders – und frage mich: Wozu der ganze Mist von wegen neuer sensibler Männlichkeit, wenn es doch noch immer die Arschlöcher der alten Schule sind, die bei Frauen punkten? Da braucht man sich nur umzuschauen, das zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Herrschaftszeiten, ich fühle mich falsch eingeparkt! Festgefahren in der Sackgasse der Emanzipation. Aber jetzt ist Schluss mit luschig!

Nur wie, bitteschön, soll er denn nun sein, der moderne Mann? Ein moderner Macho mit Stil? Gleichzeitig einfühlsam und kultiviert? Aber unbedingt souverän? Ben Kingsley brachte es kürzlich auf den Punkt:

“Ich denke, dass die Rolle des Mannes neu definiert werden muss. Zurzeit herrscht dort etwas Chaos. Männer wissen nicht mehr, wie sie sich zu verhalten haben.”

Ben Kingsley, 2012 (in einem Interview mit der Zeitschrift GQ)

Ja, es herrscht Chaos. Deshalb blogge ich. Ich möchte Teil einer Männerbewegung sein! Ich möchte begreifen, was Frauen wollen (wissen sie es selbst?). Und herausfinden, ob ich so sein kann. Seht es als Experiment: Ich möchte Männerbilder durchkonjugieren, berühmte Persönlichkeiten zu Wort kommen lassen, Traummänner analysieren und diskutieren. Für ein wenig Orientierung im Gender-Dschungel. Vielleicht seht ihr ja klarer, ich freue mich auf euren Input.

“Schluss mit luschig!” ist das persönliche Weblog von Julian Hartmann. Julian Hartmann, das bin ich. Die meisten nennen mich Juli, aber seit ich mir vorgenommen habe, keine Lusche mehr zu sein, bevorzuge ich meinen richtigen Namen (als ob der männlicher wäre?!). Ich bin Journalist aus München und Mitte 30. Ihr findet mich auf Facebook und Twitter. Noch Fragen?

Das Buch zum Blog

Stoff, Baby!

Der Roman zum Blog

Für immer Juli

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Barry White Zitat